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Franzosen dominierten 35. GP Rüebliland
Alexis Gougeard gewinnt dank starkem ZeitfahrenMit dem Sieg des Franzosen Alexis Gougeard ging der diesjährige GP Rüebliland zu Ende. Die Franzosen dominierten dieses Etappenrennen der Rad-Junioren. Mit dem Spurtsieg in der Schlussetappe in Aarburg verhinderte Schweizermeister Tom Bohli, dass die 35. Austragung des traditionellen Nachwuchsrennens nicht zu einer kompletten „Tour des Français“ wurde.
Dass die Franzosen am GP Rüebliland nichts anbrennen lassen wollten, zeigte sich bereits am Freitagnachmittag in Safenwil beim Start zur ersten Etappe. Die erstmals nach einem Unterbruch von mehreren Jahren wieder in den Aargau gereisten Franzosen waren mit Olivier Le Gac, dem letztjährigen Junioren-Weltmeister, mit Romain Faussurier, dem amtierenden Landesmeister, mit Pierre-Henri Lecuisinier, dem Europameister, und mit Florien Senechal, dem Sieger des diesjährigen Paris-Roubaix der Junioren, erschienen.
Auf der Startetappe waren es dann allerdings nicht die Titulare, sondern die mit einem eher „bescheidenen“ Palmares aufwartenden Alexis Gougeard und Adrien Legros, die dem Rennen den Stempel aufdrückten. Nach ziemlich genau 100 km erschienen Gougeard und Legros alleine im Ziel. Im Endspurt setzte sich Gougeard durch. Dieses Duo hatte sich auf den letzten Kilometern aus einer Spitzengruppe absetzen können. Weltmeister Le Gac kam mit einem Rückstand von 27 Sekunden als Vierter ins Ziel. Er war in der Schlussphase gestürzt und musste seine beiden Landsleute ziehen lassen.
Noch mehr Zeit verloren die übrigen Fahrer, darunter alle für einen Spitzenplatz in Frage kommenden Schweizer. Das Feld kam mit einem Rückstand von drei Minuten ins Ziel. „Wenn wir angriffen, fuhren uns die Schweizer aus den Regionalteams nach. Wenn die Ausländer gingen, reagierte niemand“, war nebst der überlegenen Fahrweise der Franzosen offenbar ein Grund, wieso die von Daniel Gisiger geleiteten Fahrer der Nationalmannschaft bereits auf der Startetappe einen entscheidenden Rückstand einhandelten.
Damit war bereits nach dem Auftakt klar, dass es nur noch darum gehen konnte, welcher der starken Franzosen letztendlich gewinnen würde. Sie machten es in der Folge spannend: Legros schnappte sich am Samstagmorgen in Möhlin in der zweiten Etappe den Sieg. Da er mit drei andern Fahrern, darunter auch der Westschweizer Thery Schir, dem Feld noch vier Sekunden wegschnappen konnte, wanderte das Leadertrikot von Gougeard zu ihm. Allerdings nur für die Dauer des Zeitfahrens: Gougeard war 18 Sekunden auf der zweiten Fahrt rund um Möhlin schneller als Legros und konnte sich nach der dritten Etappe wieder ins Leadertrikot einkleiden lassen. Im Zeitfahren setzte sich einer der französischen Titulare durch. Europameister Lecuisinier war auf dem 9,6 km langen Rundkurs der Schnellste. Zeitfahr-Schweizermeister Stefan Küng fuhr als Vierter wie am Samstagmorgen Schihr knapp am Podest vorbei.
Auf der Schlussetappe konnten die Franzosen das Rennen dann kontrollieren. Dies obwohl sich Leader Gougeard vor den letzten 111 km rund um Aarburg noch zurückhaltend geäussert hatte: „Ich kenne die letzte Etappe nicht genau und es kann doch noch einiges passieren. Aber wir sind ein gutes Team und einer von uns sollte das Rennen schon gewinnen.“
Die Franzosen hielten die Spitze denn auch zusammen, am Schluss spurteten über 30 Fahrer um den Sieg. Schweizermeister Tom Bohli spurtete am besten und sorgte dafür, dass die Einheimischen auch an der 35. Austragung des GP Rüebliland nicht ganz leer ausgingen. Alexis Gougeard konnte das Leadertrikot trotz fehlender Streckenkenntnis verteidigen. Sein Erfolg auf der Startetappe, der zweite Platz im Zeitfahren und der Gesamtsieg am GP Rüebliland zeigten, dass Gougeard nicht weit von seinen auf den ersten Blick bereits erfolgreicheren Mannschaftskameraden entfernt ist. Der 18jährige Franzose war dies allerdings bereits vor dem GP Rüebliland nicht: „Ich habe zwar noch keinen Titel. Aber immerhin war ich diesen Frühling Zweiter beim Paris-Roubaix der Junioren.“
In der Gesamtwertung kam nach der verschlafenen ersten Etappe Stefan Küng als bester Schweizer auf den zehnten Rang.
Resultate 35. GP Rüebliland:
1.Etappe Safenwil-Safenwil (100,8 km): 1. Alexis Gougeard (Fr), 100,8 km in 2:20:43 (42,98 km/h), 2. Adrien Legros (Fr) gl. Zeit. 3. Louis Verwaecke (Belg) 0:14, 4. Olivier Le Gac (Fr) 0:27, 5. Alfredo Aguirre (Mex) 0 :39, 6. Daniel Eaton (USA) 0:51. Ferner: 8. Colin Stüssi (Sz) 1:45, 10. Tom Bohli (Sz) 3:22, 11. Théry Schir, 12. Stefan Küng.
2. Etappe Möhlin-Möhlin (82,8 km): 1. Legros 2:03:35 (42,2 km/h), 2. Dries van Gestel (Belg), 3. Alexey Vermeulen (USA), 4. Schir, 5. Daniel Beidermann (Oe), 0:04 zurück, 6. Andreas Hartmann (De). Ferner: 8. Küng, 38. Gougeard.
3. Etappe Zeitfahren Möhlin (9,8 km): 1. Pierre-Henri Lecuisinier (Fr) 12:01 (47,88 km/h), 2. Gougeard 0:7 zurück, 3. Casper Folsach (Dä) 0:11, 4. Küng 0:20, 5. Hartmann 0:21, 6. Waine-Molineux Colby (USA) 0:23. Ferner: 7. Schir, 8. Legros, 11. Lukas Spengler, 14. Tom Bohli, 18. Reto Stäuble.
4. Etappe Aarburg-Aarburg (111 km): 1. Tom Bohli (Sz) 2:38:03 (42,15 km/h), 2. Alex Darville (USA), 3. Jose-Alfredo Aguirre (Mex), 4. Romain Faussurier (Fra), 5. Biedermann, 6. Schir, alle gl. Zeit…
Schlussklassement: 1. Alexis Gougeard (Fr) 7:14:21, 2. Adrien Legros (Fr) ‚0:12, 3. Louis Vervaeke (Bel) 0:55, 4. Jose-Alfredo Aguirre (Mex) 0:56, 5. Olivier Le Gac (Fr) 1:35, 6. Tobias Derler (Oe) 1 :41. Ferner die Schweizer: 10. Stefan Küng 3:14, 12. Théry Schir, 14. Lukas Spengler, 15. Tom Bohli, 22. Fabian Lienhard.
Bericht: August Widmer
(06.09.2011)
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